Spannungsgeladener Kampf um den Klassenerhalt

30. Mai 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Auf den letzten Drücker hat der im Winter gekommene Coach Stefan Baierl die Vorgabe des FCM-Präsidenten umgesetzt: Seine Mannschaft ging nochmals an die Reserven, ein Youngster holte das erste, motivierende Tor in den ersten Minuten, Torhüter Martin Gruber hatte einen Glanztag und ein talentierter Stürmer, der den FCM nun verlässt, verabschiedete sich mit dem entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit – dramatischer hätte das Spiel um den Klassenerhalt in der Bayernliga des FCM in der Memminger Arena kaum sein können.

Auf dem Spielfeld wurde gefeiert, die Fans feierten auf der Tribüne, Hupkonzert auf den Straßen vor der Arena – es war fast, als hätte der FC Memmingen den Meistertitel geschafft und so ähnlich fühlte es sich auch an: Als nach viel Zittern in den letzten Wochen nach dem 1:0 Stand für Memmingen in den letzten Minuten der Nachspielzeit das letzte Tor ins Gehäuse der Gäste fiel, glich das, was dann in der Memminger Arena zu hören war, einem kollektiven Freudenschrei der Erlösung.

„Ich bin innerlich zusammengesackt, als in der Nachspielzeit das zweite Tor für uns fiel – so einen Spannungsabfall erlebt man nur im Sport“, gestand FCM-Trainer Stephan Baierl nach dem Spiel.

Außer dem rettenden Tor hätte er gerne auf die zweite Spielhälfte verzichten können, so Baierl, denn zu diesem Zeitpunkt „war es eine knappe Sache“, doch heute sei auch das nötige Quentchen Glück auf der Seite des FCM gewesen.

Als er sein Amt als Trainer in Memmingen mitten in der Saison antrat, gab es nur eine Vorgabe: den Klassenerhalt, erinnerte sich Baierl. „Aufgabe erfüllt. Doch dass es so schwierig sein würde, hätte wohl niemand gedacht“, so der sichtbar erleichterte FCM-Trainer.

Die vergangenen Wochen und die beiden Entscheidungsspiele um den Regionalliga-Erhalt glichen einer holperigen Achterbahnfahrt, die nun in 95 Minuten durch dieses letzte Entscheidungsspiel in die Zielgerade gefunden hat.

Etliche Male wurden die Memminger schon totgesagt und kamen immer wieder zurück. So auch in der Relegation, als das Hinspiel in Rain auch mit einer 2:3 Niederlage zumindest noch alle Optionen offenhielt.

Das Rückspiel gegen den Bayernliga-Qualifikanten TSV Rain konnte der FC Memmingen vor toller Kulisse mit 2.669 Zuschauern mit 2:0 für sich entscheiden und hat damit den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga-Bayern geschafft, wofür sich die Fans mit viel Jubel und Applaus bedankten.

Es war ein Abend, in der die Spannung fast greifbar über der Arena hing und sich in Gewitterblitzen zu manifestieren schien, nicht einmal der Dauerregen konnte die Gemüter abkühlen, obwohl der 19-jährige Jannik Rochelt schon früh für den ersten Jubel bei den Fans des FCM sorgte:

In der fünften Minute senkte sich sein abgefälschter Schuss per Bodenlampe zum 1:0 ins Tor. Ein Ergebnis, das so bereits gereicht hätte, so hieß es Tor mit den Zähnen verteidigen, die gegnerische Mannschaft nicht zum Zug kommen lassen und weiter angreifen.

Was mehr als einmal sehr knapp war: Rain blieb trotz späterer Unterzahl nach Gelb-Rot gegen Marcel Posselt (76.) bis zum Schluss in einer hartumkämpften Begegnung gefährlich.

Doch FCM-Torhüter Martin Gruber hatte einen Glanztag und verhinderte unter anderem mit einer Glanzparade in der 85. Minute den Gästeausgleich, der vermutlich das Aus gewesen wäre.

Die gesamte Memminger Mannschaft kämpfte nach Kräften und so manche Versuche verfehlten das Tor oder wurden im Ansatz oft auch per Foul gestoppt, bis der nach Illertissen wechselnde Angreifer Burak Coban sich mit dem entscheidenden 2:0 Treffer in der Nachspielzeit würdevoll verabschiedete.

Und prompt, als der Rest sich in erlösendem Jubel auf Memminger Seite auflöste, hörte es auf zu regnen und sogar ein paar Sonnenstrahlen schafften den Weg durch die Wolken.

Fotos:
aus eigener Quelle (Christine Hassler)

Ein Album vom hoch-spannenden Finalspiel um den Klassenerhalt gibt es auf unserer Facebookseite.

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