Der Arbeitsmarkt im Mai: Frühlingsboom

1. Juni 2018 von Christine Hassler - Keine Kommentare

Arbeitslosenquote sinkt auf 2,3 Prozent – 800 weniger arbeitslose Menschen als im April – Jobcenter kümmern sich auch um „Erwerbs-Aufstocker“: Der Arbeitsmarkt im Allgäu hat im Mai weiter an Schwung gewonnen, doch es gibt auch hier Arbeitnehmer, die nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Jobcenter unterstützen dabei, den Lebensunterhalt dieser Menschen zu bestreiten.

Die Arbeitslosenquote ging aktuell auf 2,3 Prozent zurück, unterschritt damit sowohl den Wert des Vormonats wie auch die Marke aus dem Mai des vergangenen Jahres und bedeutete den niedrigsten Wert in einem Mai der letzten zehn Jahre. Eine Verbesserung auf Arbeitsmarkt im Allgäu zeigt sich auch im Vergleich zum Mai des Vorjahres. Seinerzeit waren noch knapp 850 Menschen mehr arbeitslos bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern.

„Im Mai ging es mit dem Arbeitsmarkt im Allgäu weiter gut voran. Zahlreiche Menschen starten in eine neue Beschäftigung. Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften auf Seiten der Betriebe anhaltend hoch. Quer durch alle Altersgruppen haben Menschen von dieser guten Entwicklung profitiert. Sowohl bei Jüngeren, wie auch Älteren und längere Zeit arbeitslosen Kräften waren weniger Personen arbeitslos als noch im vergangenen Jahr“, so das Fazit von Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

„Und dennoch gibt es auch bei uns im Allgäu eine ganze Reihe von Menschen, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen auf Leistungen der sozialen Grundsicherung angewiesen sind.“

Jobcenter unterstützen, wenn das Einkommen nicht reicht

Zu jenen Arbeitnehmern, die nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, zählen beispielsweise Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, im Hotel- und Gaststättengewerbe, als Transport- und Lagerarbeiter oder als Reinigungskraft. Betroffen sind teilweise auch Selbstständige.

Die Jobcenter können Erwerbstätige, die ihren Lebensunterhalt nicht decken können, finanziell unterstützen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden diese Menschen als „Aufstocker“ bezeichnet.

Nach den aktuellsten Daten vom Januar dieses Jahres haben im Allgäu etwas mehr als 3.100 Frauen und Männer zusätzlich zu Ihrem Arbeitsentgelt Leistungen der Jobcenter zum Lebensunterhalt bezogen – etwa gleich viele wie den letzten drei Jahren.

Aufstocker – Ursachen, Ursachen, Formen und Meistbetroffene

Die Gründe, warum jemand zusätzlich zum Erwerbseinkommen Arbeitslosengeld II beim Jobcenter bezieht, sind vielfältig. Entscheidend ist, wie viele Stunden jemand arbeitet, wie hoch sein Einkommen ist und ob er nur sich selbst finanzieren muss oder eine Familie zu versorgen hat.

Bei einer Familie spielt auch eine Rolle, ob beide Partner arbeiten. Besonders schwer haben es Alleinerziehende oder Menschen, die einen Angehörigen pflegen und deshalb nur Teilzeit arbeiten können.

Der Umfang der Erwerbstätigkeit und das daraus erzielte Einkommen unterscheiden sich bei diesem Personenkreis deutlich.

Minijobs
Im Januar arbeiteten im Allgäu knapp 1.300 Frauen und Männer ausschließlich in einem Minijob und verdienten bis zu 450 Euro.

Etwas größeres Einkommen als im Minijob
1.650 Kräfte erzielten ein darüber hinausgehendes Einkommen aus ihrer Erwerbstätigkeit.

Selbständige
Gut 200 Frauen und Männer arbeiteten im Januar 2018 auf selbständiger Basis und erhielten zusätzliche Unterstützungsleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts.

Die Mehrzahl der „Erwerbs-Aufstocker“ waren dabei weiblich. Gut 1.700 Frauen und etwas mehr als 1.400 Männer erhielten zusätzlich zu ihrem Arbeitseinkommen Arbeitslosengeld II vom Jobcenter.

„Die Jobcenter im Allgäu beraten diese Menschen, wie sie ihr Einkommen steigern können, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Zum Beispiel können Betroffene sich mit Hilfe einer Qualifizierung im Betrieb für eine höherwertige Tätigkeit empfehlen. Jobcenter und Arbeitsagenturen unterstützen auch das Nachholen eines Berufsabschlusses“, unterstreicht Horts Holas.

Arbeitskräfte weiter gesucht

Neue Stellenangebote
1.800 Stellen Betriebe wurden dem Arbeitgeberservice neu zur Besetzung gemeldet.

Stellenangebote insgesamt
Mehr als 7.100 Beschäftigungsmöglichkeiten standen dem Allgäuer Arbeitsmarkt insgesamt zur Verfügung, knapp 200 mehr als im Monat zuvor.

Schwerpunkte beim Stellenangebot

  • Tätigkeiten rund um den Werkstoff Metall: Mehr als 160 neue Stellen wurden im Fahrzeug- und Maschinenbau angeboten. In Metallbau und Metallbearbeitung galt es 125 Jobs neu zu besetzen.
  • Tourismusgewerbe: Insbesondere in den Tourismusregionen entlang der Berge und am Bodensee waren ebenfalls neue Kräfte gesucht. Das schöne Wetter hat hier bereits für eine Belebung gesorgt. Das zeigen mehr als 180 neue Offerten für Köche, Küchenhilfen und Personal im Service.
  • Logistiksektor: Für den Warenumschlag suchten Unternehmen über 150 Lagerfachkräfte und Kraftfahrer.
  • Personaldienstleister: Auch sie hatten ebenfalls zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen anzubieten.
  • Verkauf: Mehr als 120 zusätzliche Jobs galt es im Verkauf von Gütern aller Art zu besetzen. In diesem Segment standen gleichzeitig auch gut 750 arbeitslose Kräfte für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung.

Das Verhältnis zwischen Stellenangeboten und Stellensuchenden
Die Situation ist rein rechnerisch in einigen Berufsbereichen bereits nahezu ausgeglichen. So gibt es insgesamt 1,2 arbeitslose Menschen je gemeldete Arbeitsstelle. Die Spanne reicht dabei von 0,6 Arbeitslosen je Stelle in der gewerblichen Produktion und Fertigung bis zu 2,9 arbeitslosen Menschen in Büro, Verwaltung und Sekretariat, die auf eine Stelle treffen.

Arbeitslose Menschen

In Beschäftigung
Mehr als 1.800 Frauen und Männer konnten im Mai konnten eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Darunter waren erneut Arbeitsaufnahmen im Garten- und Landschaftsbau sowie im Baugewerbe.

Im Gastgewerbe konnte ebenfalls eine ganze Reihe von Kräften eine neue Beschäftigung antreten. Eine neue Tätigkeit konnten Menschen in Industriebetrieben, im Logistiksektor sowie im Handwerk aufnehmen. Neben zahlreichen weiteren Kräften befanden sich darunter mehrere Maschinen- und Anlagenführer, Dachdecker sowie Kraftfahrer und Führer von Baumaschinen.

Neu arbeitslos gemeldet
1.330 Menschen meldeten sich im Mai neu bei den Vermittlern, somit 350 weniger als im Monat zuvor.

Anhaltend gute Entwicklung des Arbeitsmarktes

Die anhaltend gute Entwicklung des Arbeitsmarktes ist im mehrjährigen Vergleich der arbeitslos gemeldeten Menschen gut erkennbar.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Aktuell waren im Bezirk der Agentur für Arbeit 850 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im Mai des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote erreichte aktuell die Marke von 2,3 Prozent und unterschritt den Wert des Vorjahres um 0,3 Prozentpunkte. Zu dieser Entwicklung trugen alle Wirtschaftsregionen des Agenturbezirks bei.

Nahezu alle Regionen konnten bei der Arbeitslosenquote im Mai eine Zwei vor dem Komma vorweisen. In Front lag der Wirtschaftsraum Mindelheim, der mit einer Quote von 1,9 Prozent sogar eine Eins vor dem Komma aufweisen konnte, dicht gefolgt vom Wirtschaftsraum Memmingen mit einer Quote von genau zwei Prozent. Die Regionen Marktoberdorf und Lindau erreichten jeweils 2,1 Prozent.

Auch deutschlandweit bewegt sich der bayerische Teil des Allgäus damit im Spitzenfeld. Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich erzielten die Regionen Kempten und das südliche Oberallgäu mit Verbesserungen von jeweils 0,5 Prozentpunkten.

Ausbildungsmarkt bietet große Auswahl für junge Menschen

(Siehe dazu ausführlichen Bericht vom 25.Mai 2018 „AZUBIs gesucht!“, hier verlinkt).

Ausblick

In den kommenden Wochen ist mit einer weiter anhaltenden Stabilität auf dem Arbeitsmarkt im bayerischen Teil des Allgäus zu rechnen. Die ausgezeichnete Auftragslage in vielen Unternehmen zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Zahl von Stellenangeboten, die Betriebe zur Besetzung hereingegeben haben. Das lässt in nächster Zeit nochmals einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit erwarten.

Darstellung nach Wirtschaftsräumen/Regionen

Darstellung nach kommunalen Strukturen

Bildquellen:
Titelbild: Pixabay.

Grafiken: Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen

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